Leitbild
der katholischen Kindertagesstätte
St. Marien Quakenbrück


                                          Das Fundament ...
                                          jeder Erziehung
                                          ist der Glaube
                                          an den Wert und die Würde
                                          des Menschen
                                          und der Menschheit.
                                                                      (Janucz Korczak)

Unser pastoraler Auftrag

Grundlage des pastoralen Auftrages ist das vorbehaltlose Ja Gottes zum Menschen. Er nimmt den Menschen so an wie er ist. Diese vom Evangelium zugesicherte Gewissheit prägt das Handeln des Kindergartenteams.

"Ihr seid dasd Salz der Erde. Liebe deinen nächsten wie dich selbst." Für das Team bedeutet diese Botschaft Jesu: Achtung und Wertschätzung der Kinder, sie zu kompetenten Handeln zu befähigen und auf dem Weg zur Entwicklung ihrer eigenen Persönlichkeit zu begleiten.

Der Kindergarten führt kein Inseldasein: in ihm kommen Kinder verschiedener Nationalität, sozialer Schichten und Intelligenz zusammen. Die Mitarbeiterinnen helfen den Kindern, den Blick für den Mitmenschen zu öffnen und vermitteln Rücksichtnahme und solidarisches Handeln. Dies findet u. a. in der Strukturierung des Tagesablaufes und der damit verbundenen Aufgaben oder dem verantworlichen Umgang mit Spielen und Einrichtung des Kindergartens seinen Ausdruck.

Ungeachtet aller Grenzen hat Jesus sich auf die Menschen eingelassen, sich um sie bemüht und ihnen geholfen. Im Kindergarten erlernen die Kinder im alltäglichen Umgang miteinanderwichtige soziale Kompetenzen (Rücksichtnehmen, füreinander da sein, einander helfen, Regeln einhalten), die für das ganze Leben von Bedeutung sind. Der Kindergarten ist ein Ort, an dem Kinder, Eltern, Großeltern und Erzieherinnen Begegnung und Gemeinschaft erfahren. Hier entstehen gute Kontakte bis hin zu Freundschaften und Verbindungen.

Aufgabe des Kindergartens sind Bildung und Betreuung. Das Team unterstützt Eltern besonders bei der Erziehung ihrer Kinder, damit Eltern und Kinder einen positiven Weg in die Gesellschaft finden.

Im katholischen Kindergarten erfahren die Kinder die befreiende Botschaft Jesu. Sie wird ihnen von den Erzieherinnen durch ihren persönlichen Glauben vermittelt. Durch Gebete, Lieder und Bibeltexte wird den Kindern das Wort Gottes nahe gebracht. Bei den Gottesdiensten und kirchlichen Festen, die von den Kindern mitgestaltet werden, erleben sie die Gemeinschaft mit Gott und der Gemeinde. Für die Pfarrgemeinde ist der Kindergarten ein wichtiger Ort, an dem die Kinder bewusst mit der Gemeinde in Kontakt kommen.


Ich glaube daran,
dass das größte Geschenk,
das ich
jemanden empfangen kann,
ist,
gesehen, gehört, verstanden
und berührt zu werden!
Das größte Geschenk,
das ich geben kann,
ist,
den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen
und zu berühren.
Wenn dies geschieht,
entsteht Kontakt.

                                                                                                             (Virginia Satir)


Unser christliches Menschenbild

Gott ist ein liebender Gott, der uns so annimmt, wie wir wollen. So wollen auch wir einander gerecht und ohne Vorurteile begegnen. Die Kinder können mit allen Nöten und Ängsten zu uns kommen. Wir nehmen sie ernst, teilen Freude und Begeisterung. Wir unterstützen die Kinder, liebevoll miteinander umzugehen.

Wir sind alle Geschöpfe Gottes: Durch gemeinsame Aktivitäten in der Natur lernen die Kinder, die Schöpfung wertzuschätzen.

Jedes Kind hat das Recht
zu ler
nen,
zu spielen,
zu lachen,
zu träumen,
zu lieben,
anderer Ansicht zu sein,
vorwärtszukommen
un
d sich zu verwirklichen.

                                                                                                 (Hall-Denis-Report)

Unsere Sichtweise vom Kind

Kinder brauchen Wurzeln: Sie geben ihnen Halt und Schutz. Liebe und Geborgenheit erfahren sie in der Familie, im Kindergarten und in der Gemeinschaft mit Gott. Hierbei sind Rituale und Symbole sehr wichtig (z.B. feiern wir jeden Geburtstag und stecken hierbei die Osterkerze an). Sie bieten Orientierungshilfe und sind verbindlich. Uns ist es wichtig, Werte zu vermitteln, die einen guten Umgang mit den Mitmenschen und der Umwelt ermöglichen: Liebe, Verständnis und Wohlwollen sind die Grundlagen für eine vertraute Beziehung.

Kinder stehen den Menschen und der Umwelt offen und unvoreingenommen gegenüber. Sie sind spontan, ehrlich und zeigen Gefühle. Sie haben Lust und Freude, ihr Umfeld zu entdecken, zu verstehen und zu gestalten. Im Kindergarten bieten wir den Kindern Raum und Zeit, sie bekommen Anregungen und Hilfe von uns. Unser Lob und unsere Anerkennung fördern, unterstützen und stärken sie in ihrem Tun. Durch Ausprobieren und Agieren werden die Kinder mit ihren Grenzen konfrontiert und lernen mit ihnen umzugehen. Es ist uns wichtig, jedes einzelne Kind mit seinen Begabungen zu sehen und zu stärken.

Soziale Kontakte in der Gemeinschaft werden durch das Miteinander (durch Spiele, Lieder, Rollenspiele usw.) im Kindergarten gefördert.

Feste und Feiern sind ein besonderer Höhepunkt in unserer Arbeit. Durch das Feiern religiöser Feste möchten wir den Kindern Jesus und seinen Vater näher bringen. Sie sollen erfahren, dass Gott immer bei uns ist und wir ihm alles sagen können. Besonders in der Kirche sind wir ihm sehr nah. Durch regelmäßiges Beten mit den Kindern zu verschiedenen Anlässen, sowie Kirchenerkundungen und Gottesdienstmitgestaltungen tragen wir dazu bei, den Kindern ein Gottesbild zu vermitteln.

Wir sind den Kindern Vorbild, in dem wir unseren christlichen Glauben vorlegen und zeigen.

Du hast mich aufgehoben,
wenn ich gefallen bin.
Du hast an meinem Bett gewacht,
wenn ich krank war.
Du hast meine Hand gehalten,
wenn ich traurig war.
Du hast mich gestreichelt,
nicht nur, wenn ich mutlos war.
Ich werde Dir immer dankbar sein.

                                                  (Hermann J. Brüggemann)


Die Zusammenarbeit mit den Vätern und Müttern

In unserem christlichen Verständnis ist die Familie eine Einheit aus Eltern und Kindern.
In der Familie wird durch die gelebte Liebe Gottes Liebe deutlich.
Das Urvertrauen, Schutz und Geborgenheit werden in der Gemeinschaft der Familie erlebt. 

Die heutige Familienwirklichkeit ist verändert.
Auch in unserer Gemeinde leben viele Familien in Trennung, Ehepartner sind verstorben, behinderte Kinder wachsen in der Familie auf, viele Familien sind kirchenfremd oder andersgläubig.

Wir möchten die Eltern in ihrer Erziehungsarbeit unterstützen, indem wir für sie als Gesprächspartner, als Erziehungsberater, als Vermittler für Kontakte, z. B. Ergotherapie, jederzeit ansprechbar sind.

Unser Kindergarten ist ein Ort der Begegnung, an dem gemeinsam gefeiert und gelebt wird. Durch verschiedene Aktivitäten (Adventsfrühstück, Erntedankfest) und die gemeinsame Planung von Aktionen soll der Kontakt zwischen den Familien und dem Kindergarten gefördert und vertieft werden.

Um die Eltern zu unterstützen und ihnen mit Ratschlägen zur Seite stehen zu können, nehmen wir regelmäßig an Fortbildungen teil.


Wenn Du
mit anderen
ein Schiff bauen willst,
so beginne nicht,
mit ihnen
Holz zu sammeln,
sondern wecke in ihnen
die Sehnsucht
nach dem großen, weiten Meer.


                                                       (Antoine De Saint-Exupery)


Unsere Mitarbeiterinnnen

Identifaktionen mit und Begeisterung für den Glauben an Gott sind eine wichtige Grundlage für die Vermittlung des Glaubens an die Kinder, deren Eltern und Angehörigen. Dazu ist die Verwurzelung im Glauben und eine lebendige Auseinandersetzung mit Glaubensfragen notwendig.

Für die Erzieherinnen sind Glaubensreflexionen, religiöse, pädagogische, psychologische Fortbildung, religiöse Gespräche und der regelmäßige Austausch mit dem Träger, der Leitung und den Eltern eine wichtige Unterstützung.

Eine Glaubensvermittlung, die kindgerecht, überzeugend und glaubwürdig vermittelt wird, bereitet eine Atmosphäre für religiöse Übungen und ist offen für religiöse Themen.

Die Auseinandersetzung mti der eigenen Persönlichkeit ist die Grundvoraussetzung für Toleranz und Wertschätzung gegenüber dem Menschen, anderen Religionen und ist ebenso ein Integrativ der Glaubensvermittlung und des Miteinanders.

Unsere Leitung

Die Leitung unseres Kindergartens ist gekennzeichnet durch hohe Sachkompetenz und durch die Wertschätzung der Mitarbeiterinnen.

Unsere Leitungskräfte pflegen einen kooperativen Führungsstil: Er motiviert die Erzieherinnen, fördert und unterstützt sie.

Durch regelmäßige Gespräche im Team und klare Absprachen wird eine Vertrauensbasis geschaffen und damit die Erledigung der täglichen Herausforderungen und Aufgaben gewährleistet. Die Leitung ist gern gesehener Gesprächspartner für Träger und Eltern. Sie zeigt sich offen und dialogbereit. Zu ihren Aufgaben gehört, den Kindergarten angemessen und kompetent nach außen zu vertreten.

Unser Selbstverständnis als Träger

Der Träger (Pfarrer und Kirchenvorstand) schafft die Rahmenbedingungen der Einrichtung: Gebäude, Personal, Finanzierung und Organisation. Grundsatzentscheidungen (z.B. bauliche Maßnahmen, Personalangelegenheiten, Öffnungszeiten) werden gemeinsam vorbereitet und durchgeführt.

Träger und Pfarrgemeinderat sind Vorbild und Begleiter für das Team. Sie unterstützen das Team bei ihrem pastoralem Auftrag und wissen um die Fähigkeiten der Mitarbeiterinnen. Sie ermöglichen ihnen die Teilnahme an Fortbildungen.

Der Träger übernimmt Mitverantwortung für die Integration von Kindergarten und Pfarrgemeinde. Neue Konzepte und Themen werden gemeinsam erarbeitet.

Durch das aktive Miteinander von Eltern, Team und Träger wird der Kontakt untereinander gefördert und vertieft. Diese Kontakte sind einerseits eine Herausforderung für die Pfarrgemeinde, andererseits aber zugleich ein Segen, da sie grundlegendes Glaubensgut im Alltag vermitteln.